Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geldleistungen

Geld für pflegende Angehörige: alle Leistungen im Überblick

Was steht dir zu, wenn du deine Mutter pflegst? Mehr als das Pflegegeld — und die meisten Familien holen sich nur einen Bruchteil davon ab.

Beträge und Rechtsstand geprüft: September 2026

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, ersetzt eine Leistung, die im Heim mehrere tausend Euro im Monat kosten würde. Ein Gehalt gibt es dafür nicht — aber es gibt eine ganze Reihe von Leistungen, Zuschüssen und steuerlichen Entlastungen. Das Problem ist, dass sie in verschiedenen Gesetzen stehen, bei verschiedenen Stellen beantragt werden und niemand sie von sich aus zusammenträgt. Dieser Überblick tut genau das.

Das Pflegegeld ist nur der Anfang

Wird die Pflege zu Hause von Angehörigen übernommen, zahlt die Pflegekasse Pflegegeld — 347 Euro bei Pflegegrad 2 bis 990 Euro bei Pflegegrad 5. Es geht an die pflegebedürftige Person, die frei darüber verfügt. In den meisten Familien wird es an die Pflegeperson weitergereicht, und das ist steuerfrei.

Wichtig ist die Unterscheidung zur Pflegesachleistung. Wer zusätzlich einen Pflegedienst einsetzt, kann beides kombinieren — dann wird das Pflegegeld anteilig gekürzt. Rechne durch, welche Aufteilung für euch passt; der Pflegeleistungs-Finder zeigt dir die Beträge für deinen Pflegegrad auf einen Blick.

Der Entlastungsbetrag wird am häufigsten verschenkt

131 Euro im Monat stehen jeder pflegebedürftigen Person zu — schon ab Pflegegrad 1 und zusätzlich zu allem anderen. Das Geld ist zweckgebunden für Angebote zur Unterstützung im Alltag, für Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder anerkannte Betreuungsdienste. Ausgezahlt wird es nicht bar, sondern gegen Beleg erstattet.

Nicht genutzte Beträge verfallen nicht sofort, sondern lassen sich innerhalb des Kalenderjahres ansammeln und bis zum 30. Juni des Folgejahres verbrauchen. Trotzdem bleibt jedes Jahr ein erheblicher Teil liegen, weil Familien den Anspruch schlicht nicht kennen. Über zwölf Monate sind das 1.572 Euro.

Geld für deine Auszeit

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege teilen sich seit Juli 2025 einen gemeinsamen Jahresbetrag von 3.539 Euro. Daraus wird bezahlt, wenn jemand für dich einspringt — bei Urlaub, Krankheit oder einfach, weil du eine Pause brauchst. Der Anspruch besteht ab Pflegegrad 2, eine Vorpflegezeit ist nicht mehr nötig.

Diese Leistung wird nachträglich erstattet, du gehst also in Vorleistung. Seit 2026 gilt dafür eine kurze Frist — Einzelheiten im Ratgeber zum rückwirkenden Antrag. Wie viel du einer Ersatzperson zahlen darfst, steht im Ratgeber zum Stundenlohn.

Was die Pflegekasse für dich einzahlt

Neben dem Geld, das fließt, zahlt die Pflegekasse Beiträge für dich ein. Ab zehn Stunden Pflege in der Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage, und bei höchstens 30 Stunden eigener Erwerbstätigkeit übernimmt sie deine Rentenbeiträge — 2026 zwischen 139 und 736 Euro im Monat. Dazu kommt eine kostenlose gesetzliche Unfallversicherung während der Pflegetätigkeit.

Wenn du im Job kürzertreten musst

Für die akute Situation gibt es das Pflegeunterstützungsgeld. Bis zu zehn Arbeitstage im Jahr je pflegebedürftiger Person kannst du der Arbeit fernbleiben, um die Pflege zu organisieren, und bekommst dafür eine Lohnersatzleistung von der Pflegekasse. Für längere Auszeiten gibt es Pflegezeit und Familienpflegezeit mit einem zinslosen Darlehen des Bundesamts für Familie — alles im Ratgeber zu Pflege und Beruf.

Die Steuer entlastet dich zusätzlich

Wer unentgeltlich pflegt, kann den Pflege-Pauschbetrag nach § 33b Absatz 6 EStG geltend machen. Er wird ohne Nachweis einzelner Kosten gewährt.

Stand: September 2026
Pflege-Pauschbetrag im JahrPflegegradBetrag
Pflegegrad 2600 €jährlich
Pflegegrad 31.100 €jährlich
Pflegegrad 4 oder 51.800 €jährlich

Es gibt allerdings eine harte Bedingung: Du darfst für die Pflege keine Einnahmen haben. Wer sich das Pflegegeld weiterreichen lässt, verliert den Pauschbetrag. Rechne deshalb nach, was für euch günstiger ist — bei Pflegegrad 2 stehen 600 Euro Steuerentlastung im Jahr gegen 4.164 Euro Pflegegeld, bei einer Weitergabe an ein Familienmitglied mit hohem Steuersatz kann die Rechnung anders ausfallen.

Bleiben tatsächliche Kosten übrig, die niemand erstattet, lassen sie sich als außergewöhnliche Belastung ansetzen. Auch Handwerker- und Pflegedienstrechnungen sind über die haushaltsnahen Dienstleistungen absetzbar.

Zwei Töpfe, die oft vergessen werden

Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch — Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen — gibt es 42 Euro im Monat, schon ab Pflegegrad 1. Das Geld muss nicht beantragt und einzeln abgerechnet werden, wenn du eine Box über einen Anbieter beziehst; die rechnen direkt mit der Pflegekasse ab. Über zwölf Monate sind das gut 500 Euro, die sonst aus der Haushaltskasse kommen.

Und für Umbauten in der Wohnung zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme — für die bodengleiche Dusche, den Treppenlift, die Rampe oder das Entfernen von Türschwellen. Verschlechtert sich die Pflegesituation später deutlich, kann der Zuschuss erneut gewährt werden. Was sich lohnt und was gefördert wird, steht im Ratgeber zum barrierefreien Wohnen.

Reicht das Einkommen der pflegebedürftigen Person nicht, kommen außerdem Leistungen außerhalb der Pflegeversicherung in Betracht — Grundsicherung im Alter, Wohngeld oder die Hilfe zur Pflege des Sozialamts. Diese Ansprüche prüft niemand von sich aus, sie müssen beantragt werden.

Häufige Fragen

Was steht mir zu, wenn ich meine Mutter pflege?

Ab Pflegegrad 2 Pflegegeld von 347 bis 990 Euro im Monat, dazu ab Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag von 131 Euro, 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Rentenbeiträge der Pflegekasse und der Pflege-Pauschbetrag in der Steuererklärung.

Bekomme ich als pflegender Angehöriger ein Gehalt?

Nein, ein Gehalt gibt es nicht. Das Pflegegeld steht der pflegebedürftigen Person zu, wird aber in vielen Familien an die Pflegeperson weitergereicht — steuerfrei nach § 3 Nr. 36 EStG.

Kann ich Pflegegeld und Pflege-Pauschbetrag zusammen bekommen?

Nein. Der Pflege-Pauschbetrag setzt voraus, dass du für die Pflege keine Einnahmen hast. Wer sich das Pflegegeld weiterreichen lässt, verliert ihn. Rechne durch, was in eurem Fall günstiger ist.

Was passiert mit dem Entlastungsbetrag, wenn ich ihn nicht nutze?

Nicht verbrauchte Beträge sammeln sich innerhalb des Kalenderjahres an und lassen sich noch bis zum 30. Juni des Folgejahres einsetzen. Danach verfallen sie.

Was ist Pflegeunterstützungsgeld?

Eine Lohnersatzleistung für bis zu zehn Arbeitstage im Jahr je pflegebedürftiger Person. Sie greift, wenn du kurzfristig der Arbeit fernbleiben musst, um eine Pflegesituation zu organisieren.

Quellen

  1. § 37 SGB XI — Pflegegeld
  2. § 45b SGB XI — Entlastungsbetrag
  3. § 44a SGB XI — Pflegeunterstützungsgeld
  4. § 33b EStG — Pflege-Pauschbetrag

Zuletzt geprüft und aktualisiert: 20. Oktober 2026

Dieser Ratgeber wurde von der transparenten KI-Redaktion von herbstlichter recherchiert und erstellt — auf Basis verlässlicher Quellen wie Gesetzen, Behörden und Verbraucherzentralen. Wie wir dabei vorgehen und wann wir Beträge prüfen, steht unter Wie wir arbeiten. Er ersetzt keine individuelle Rechts- oder Gesundheitsberatung.

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